Japan hat eine lange, faszinierende Tradition im Holzhandwerk. Viele Häuser, Tempel und Paläste wurden dort vor allem aus Holz gebaut – mit einfachen, handgeführten Werkzeugen wie Handsägen. Wie funktionieren diese Sägen?
Japanische Sägen schneiden, wenn man sie zieht. Das ist anders als bei westlichen Sägen, die man beim Sägen nach vorne drückt. So musst du beim Sägen keinen Druck ausüben. Die Sägeblätter sind viel dünner als bei westlichen Sägen. Durch das Ziehen bleibt das dünne Blatt stabil und gerade. Das bedeutet für dich: weniger Materialverlust, weniger Kraftaufwand und ein präziseres, leichteres und schnelleres Sägen. Stell dir vor, wie viel Freude und Leichtigkeit du beim Arbeiten mit diesen Werkzeugen spürst!
Wichtige japanische Sägen:
- Dozuki: Die Dozuki ist eine Universalsäge mit Rücken zur Blattverstärkung, was jedoch die Schnitttiefe begrenzt. Sie eignet sich hervorragend für feine, präzise Schnitte und ist ideal für Verbindungen wie beispielsweise Schwalbenschwanzverbindungen.
- Ryoba: Die Ryoba ist beidseitig verzahnt und ermöglicht sowohl Quer- als auch Längsschnitte. Eine Seite verfügt über eine Trapezverzahnung für Schnitte quer und schräg zur Holzfaser, die andere Seite über eine Dreiecksverzahnung für Schnitte längs zur Faser.
- Kataba: Die Kataba ist eine einseitig verzahnte Säge ohne Rücken, die sich für große und tiefe Querschnitte eignet. Sie ist zudem mit Längsverzahnung erhältlich.
Universalverzahnung
Wir laden Sie ein, diese traditionellen Werkzeuge kennenzulernen und von ihrer präzisen Funktionsweise zu profitieren – sei es im Möbelbau oder bei individuellen Projekten als Selberbauerin oder Selberbauer. Bei Fragen stehen wir Ihnen gern für einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung.